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Personal Medical Safe (PROMISE-DS)

Persönliche genetische Daten und deren Analyse gewinnen zunehmend Bedeutung im Alltag. Es steht nicht mehr nur die reine Diagnostik von Erkrankungen durch Genomanalysen im Mittelpunkt; vielmehr können ganze oder Teilgenome sequenziert werden, um Rückschlüsse auf gesundheitliche Dispositionen, wie beispielsweise das Risiko, im Laufe des Lebens eine Erkrankung zu bekommen, zu ziehen. Genetische Daten unterscheiden sich daher substanziell von anderen personenbezogenen Daten – so bleibt die DNA ein Leben lang fast konstant und ermöglicht Rückschlüsse auf Krankheitsrisiken und weitere persönliche Eigenschaften. Werden genetische Daten im klinischen Umfeld erhoben, haben die Patienten selbst allerdings oftmals nur beschränkten Zugriff darauf und können auch nur schwer nachvollziehen, was im Folgenden mit den erhobenen Daten geschieht.

Im Projekt PROMISE wird deshalb ein System entwickelt, das es Patienten ermöglicht, im Einzelfall zu entscheiden, zu welchen Zwecken ihre genetischen Daten verwendet werden dürfen. Der PROMISE Demonstrator aus dem Bereich ererbter Kardiomyopathien, der gemeinsam mit der Gendiagnostikindustrie entwickelt wird und die entsprechenden Anforderungen der Ethik, Rechtssicherheit und Datensicherheit berücksichtigt, erlaubt es Patienten, Daten sicher verschlüsselt abzuspeichern. Auf die Daten können Forscher und andere Kunden wie Pharmafirmen nur mit expliziter und einzelfallbezogener Zustimmung des Patienten zugreifen. Der Patient selbst profitiert vom System, indem er aus seinen Genomdaten individuelle Risikobewertung abgeleitet erhält.

Ein solches System, welches potenziell weitreichende, komplexe Entscheidungen von Patienten abverlangt, muss den Anforderungen der Gebrauchstauglichkeit (Usability) genügen. Insofern müssen der Nutzungskontext (z.B. Aufgaben und Kompetenzen) zielgerichtet erhoben werden, aber auch die Evaluation des Systems mit allen beteiligten Nutzergruppen erfolgen.

Innerhalb des Projektes werden zunächst ethische, soziale und rechtliche Aspekte einer patientenzentrierten Genomdatenspeicherung betrachtet. Im Kern des zu entwickelnden Systems wird eine hochsichere Cloud-Lösung mit mobiler Applikation stehen, mit der die Patienten ihre Genomdaten kontrolliert für Forschungszwecke freigeben können. Ein Schwerpunkt des Projektes PROMISE liegt auf hoch sicheren kryptografischen Verfahren, die den Datenschutz für die Patienten gewährleisten sollen.

Der Lehrstuhl für Medizinische Informatik der FAU verantwortet im Wesentlichen die Spezifikation der Nutzeranforderungen (Nutzer, Nutzungskontext, Funktionalitäten) sowie die Evaluation des Systems hinsichtlich Gebrauchstauglichkeit (Usability) und Akzeptanz. Auch im Bereich der Bestimmung ethischer und sozialer Fragestellungen (z.B. Möchte der Patient überhaupt alle möglichen Informationen aus seinem Genom erhalten?) ist der Lehrstuhl beteiligt.

Projektleitung:
Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch

Laufzeit: 1.1.2016 - 30.6.2019

Förderer:
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH

Mitwirkende Institutionen:
Universität des Saarlandes, Saarbrücken: Center for IT-Security, Privacy, and Accountability (CISPA)
Universität des Saarlandes, Saarbrücken: Center for Bioinformatics
Universitätsklinikum Heidelberg: Innere Medizin
CeGaT, Tübingen: Center for Genomics and Transcriptomics GmbH
Backes: SRT GmbH, Saarbrücken

Kontakt:
Telefon 09131/85-26723
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